Reden, wenn du nicht reden kannst

 

 

Unterstützte Kommunikation gibt Menschen mit schwerster Behinderung eine Möglichkeit sich auszudrücken. Obwohl Kommunikation ein Menschenrecht ist, hinken die meisten Heime in der Schweiz hinterher. Derweil leistet eine Institution im Kanton Thurgau Pionierarbeit.

 

Dieser Beitrag erschien online als Multimedia Reportage im St.Galler Tagblatt
und als Text in der Ostschweiz am Sonntag.

 

Zeit für den Zmorge, Karin Sprenger wartet schon am Tisch. Die Strahlen fallen durch die Fensterfront der Stiftung Sonnenhalde, sanftes Morgenlicht. Der Beginn eines sonnigen Tages in Münchwilen. Karin Sprenger, Anfang vierzig, kurze Haare, gemustertes Foulard in Petrol und Flieder, sitzt entspannt im Rollstuhl. Sie trägt eine braune Strickjacke, die Farbe passt zum Foulard. Kleidung ist ihr wichtig, doch dazu später mehr. Zuerst gilt es den Zmorge auszuwählen. Was belanglos tönt, ist in diesem Fall aussergewöhnlich. Karin Sprenger kann nicht sprechen und sich nur sehr eingeschränkt bewegen. Und doch kommuniziert sie und wird gleich äussern, was sie essen und trinken möchte.

Sozialpädagogin Ilona Schäfli bringt einen dicken Ordner, klappt ihn auf, rückt den Rollstuhl näher an den Tisch. «Karin, kannst du mir zeigen, was du heute essen möchtest?»Karin Sprenger blickt kurz auf die aufgeschlagene Seite. Es sind Piktogramme von Lebensmitteln und Getränken. Nun fasst Ilona Schäfli den linken Arm von Karin Sprenger. Sie stützt ihn von unten, mit der einen Hand beim Oberarm, mit der anderen am Unterarm. Diese Unterstützung soll helfen, den Arm in eine gute Ausgangsposition zu bringen und genügend Körperspannung aufzubauen. Karin Sprenger bewegt den Arm auf ein Piktogramm, blickt auf den Ordner, tippt ein Zeichen an, zieht den Arm zurück. «Birchermüesli, okay. Und was möchtest du trinken?»Wieder hebt Karin Sprenger den Arm, wählt ein Piktogramm.«Apfelsaft. Gut, dann gehe ich und richte das.»

(…)

Die ganze Reportage entweder online, oder als PDF lesen.